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Zentrum für Bildungsintegration

Für die Erstbegutachtung der eingegangenen Wettbewerbsbeiträge ist das Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim verantwortlich.

Fair@school – der Wettbewerb

Gemeinsam gegen Diskriminierung – so geht’s

Unsere Gesellschaft hat sich verändert, die Schule hat sich verändert: Viele Lehrerinnen und Lehrer nehmen die Vielfalt im Klassenzimmer als Herausforderung und Chance an. Sie ermuntern zu Offenheit und respektvollem Verhalten, wollen für Vielfalt begeistern und fördern das freie Denken. Sie vermitteln eine Kultur der Menschenrechte – eine wichtige Grundlage für ein gutes Zusammenleben. Dennoch: Diskriminierung an Schulen bleibt ein großes Problem. Das belegen die Beschwerdefälle, welche auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erreichen.

Diskriminierung verhindern, Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken – diese Werte im Unterricht zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs Fair@school – Schulen gegen Diskriminierung. Mit dem Wettbewerb zeichnen die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag vorbildhafte Schulprojekte aus, die Antidiskriminierung im Schulalltag fördern. Damit wollen wir das Recht auf einen fairen Schulalltag und auf diskriminierungsfreie Bildung stärken.

Der Wettbewerb richtet sich an alle, die an einer allgemein- oder berufsbildenden Schule in Deutschland beschäftigt sind - von der Schulleitung über die Lehrkräfte und (Schul-)Sozialpädagoginnen und -pädagogen bis hin zur Leitung von schulischen Arbeitsgruppen. Auch Schülerinnen und Schüler, die sich an ihrer Schule gegen Diskriminierung stark machen und Projekte initiieren, können am Wettbewerb teilnehmen.
Sie setzen sich in Schul- und Unterrichtsprojekten gegen Diskriminierung ein – aufgrund von ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexueller Identität, Alter, Behinderung, chronischer Krankheit, Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sozialer Herkunft? Dann bewerben Sie sich!

Kurz gesagt: Kreative und innovative Projekte, die einen Beitrag zu Antidiskriminierung, Interkulturalität, Inklusion, Religionsvielfalt oder Diversität in der Schule leisten! Dabei ist der Rahmen flexibel: Sie können eine Unterrichtsstunde, ein Unterrichtsprojekt oder eine Projektwoche gestalten, eine Arbeitsgruppe aufbauen, Unterrichtsmaterialien entwickeln, eine Sonderausgabe der Schüler(innen)zeitung herausgeben oder ein Beschwerdeverfahren an der Schule etablieren.
Wichtig: Ihr Beitrag soll die Unterrichts- und Lernkultur der beteiligten Kinder und Jugendlichen verändern – und das Projekt sollte auf Nachhaltigkeit angelegt und auf andere Lerngruppen übertragbar sein. Ob abgeschlossen oder in Durchführung: Der genaue Stand Ihres Schulprojekts ist dabei nicht entscheidend.

Das Online-Teilnahmeformular sollte sorgfältig ausgefüllt werden. Hier gibt es die Möglichkeit, das Projekt mit Informationen zu Zielsetzung, Methodik, Umsetzung und Ergebnis zu beschreiben. Bei Bedarf kann das Projekt auch visuell dokumentiert werden – durch den Upload von Foto, Film, Flyer oder Zeitungsartikel usw.

Bestimmte Gruppen adressieren oder stärken (Empowerment)

  • Mädchen mit Kopftuch
  • Homosexuelle Schülerinnen und Schüler
  • Schülerinnen und Schüler mit Behinderung
  • Migrationsgeschichten aufgreifen

Respektvolles Miteinander und den Umgang mit Vielfalt üben
  • Fairness-Training durchführen

Schulbücher und Arbeitsmaterialien untersuchen
  • Diskriminierende Darstellungen aufzeigen
  • Diskriminierungsfreie Alternativen erarbeiten

Den eigenen Sprachgebrauch betrachten
  • Gängige Beleidigungen wie „schwul“ reflektieren
  • Sich mit geschlechtersensibler Sprache auseinandersetzen

Diskriminierung als gesellschaftliches Phänomen
  • Gängige Geschlechterbilder
  • Rassismus im Alltag
  • Abwertung von Religionen (Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus)

Für Vielfalt und unterschiedliche Lebensweisen sensibilisieren
  • Generationsübergreifende Begegnungen, zum Beispiel Kooperation Schule – Altersheim

Auf Mehrfachdiskriminierung aufmerksam machen
  • Personen mit mehreren Diskriminierungsmerkmalen vorstellen

Das Zentrum für Bildungsintegration (ZBI) der Stiftung Universität Hildesheim übernimmt die fachgerechte Begutachtung der eingereichten Schulprojekte, prüft hinsichtlich der Wettbewerbskriterien und nominiert bis zu zehn mögliche Preisträgerinnen und Preisträger. Diese zehn Preisträgerinnen und Preisträger werden von zwei unabhängigen Experten an ihren Schulen besucht. Diese überprüfen die Angaben vor Ort, führen Gespräche mit den nominierten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und weiteren Beteiligten und besichtigen den Unterricht oder die Projekte. Sie fassen ihre Eindrücke schriftlich zusammen und votieren für eine Rangfolge. Auf Basis dieser Empfehlungen und der Projektdokumentationen aus der Einreichung entscheidet die Fachjury, welche drei Schulprojekte prämiert werden. Abschließend werden die Gewinnerinnen und Gewinner in Berlin ausgezeichnet.

Insgesamt stehen Geldpreise in Höhe von 6.000,– Euro zur Verfügung – für drei Gewinner/-innen.

  1. Preis: 3.000,– Euro
  2. Preis: 2.000,– Euro
  3. Preis: 1.000,– Euro


Außerdem werden die Preisträgerinnen und Preisträger zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen.

Thematische Ausrichtung

Der inhaltliche Schwerpunkt des Projekts muss in einem dieser Bereiche liegen:

  • Thematisierung/Bekämpfung von Rassismus, Sexismus, Homophobie, Abwertung von Religionen, Diskriminierung aufgrund von Behinderung oder sozialer Herkunft, Altersdiskriminierung
  • Akzeptanz von vielfältigen Lebensweisen
  • Inklusion
  • Integration von geflüchteten Schülerinnen und Schülern

Ziele

Die Projektziele werden im Online-Teilnahmeformular abgefragt. Positiv wirkt sich aus, …

  • wenn sich das Thema auf die Lebenswelt der Lernenden bezieht.
  • wenn sich das Projekt mit einem konkreten Problem an der Schule beschäftigt.
  • wenn Diskriminierung, Chancengerechtigkeit und Vielfalt zur Sprache gebracht werden (optional).
  • wenn Vielfalt als Stärke von den Teilnehmenden wahrgenommen wird (optional).

Wirksamkeit für Beteiligte

Welche Wirkungen sind im Laufe des Projekts bei der Zielgruppe eingetreten, werden beabsichtigt oder erwartet?

  • Wissenszuwachs (Erkennen)
  • Perspektivwechsel und kritische Reflexion von Zusammenhängen und Stereotypen (Reflexion)
  • Erkennen eigener Handlungsmöglichkeiten und Umsetzung (Handeln)

Methode und Arbeitsformen

Nach welcher Methodik, bzw. nach welchem pädagogischem Ansatz wird gearbeitet? Welche Vermittlungsformen dienen dazu, das Thema zu erschließen? Inwieweit nehmen die Teilnehmer/-innen auf den Projektverlauf Einfluss? Wie wird projektintern zusammengearbeitet? Bezieht das Projekt die Ideen bzw. Kreativität der Teilnehmenden mit ein?

  • Altersadäquatheit: Methoden und Arbeitsformen werden dem Alter der Beteiligten/der Zielgruppe gerecht.
  • Teilhabe: Die Partizipation aller Beteiligten von der Projektkonzeption bis hin zur Umsetzung wird ermöglicht.
  • Empowerment: Methoden und Arbeitsformen fördern Selbststärkung und Eigeninitiative.
  • Kreativität: Innovative und kreative Methoden wie interaktive und/oder spielerische Elemente (Theater/Performance, künstlerische bzw. literarische Bearbeitung) kommen zum Einsatz.
  • Heterogenität: Die Vielfalt der Beteiligten wird durch Methoden und Arbeitsformen berücksichtigt.

Effekte/Erfolge des Projekts:

Wie erfolgreich konnten die vorhandenen Ressourcen eingesetzt werden? Hatte das Projekt positive Effekte auf die gesamte Schule oder darüber hinaus? Sind abseits vom schulischen Kontext externe Akteure in das Projekt involviert? Welche Vernetzungen in die (über-)regionale Zivilgesellschaft und Politik hinein existieren?

  • Mitteleinsatz: Die vorhandenen Ressourcen wurden effektiv genutzt.
  • Sichtbarkeit: Das Projekt ist in der ganzen Schule bzw. außerhalb bekannt – und über die Projektgruppe hinaus in der Schule sichtbar, zum Beispiel durch Aushänge oder Artikel in der Schulzeitung.
  • Reichweite: Das Projekt wirkt über die Schule hinaus (regional, privat); Teilnehmende beziehen ihr Lebensumfeld mit ein.
  • Vernetzung: Neue Kooperationen wurden geschlossen – etwa durch die Zusammenarbeit mit anderen Klassen, Bildungseinrichtungen oder Organisationen.

Nachhaltigkeit:

Wie wird das Projekt dokumentiert? Wird es wiederholt, kontinuierlich fortgesetzt, oder sind Anschlussprojekte in Planung? Soll das Projekt dauerhaft an der Schule verankert werden?

  • Eine transparente und öffentlich zugängliche Dokumentation des Projekts ist vorhanden (Dokumentation).
  • Das Projekt ist dauerhaft an der Schule verankert bzw. wird regelmäßig wiederholt (Kontinuität).
  • Das Projekt kann leicht nachgeahmt und transferiert werden (Transfer).

Außerdem gehören der Jury die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, und Dr. Anja Hagen, Geschäftsführerin im Cornelsen Verlag an.